Der Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V. Der Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V.

Eh-da Flächenprojekt

Projektname Eh-da: Der Landkreis Kelheim blüht auf
Projektträger ILE-Verbünde im Landkreis Kelheim (ABeNS, Hallertauer Mitte, Donau-Laber) sowie die Kommunen Kelheim, Riedenburg, Painten, Essing, Ihrlerstein
Projektmanagement Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V.
Projektstatus bewilligt
Projektlaufzeit 2020 bis 2022
Förderung Amt für ländliche Entwicklung, Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien

Eh-da Flächen sind ein vom Amt für Ländliche Entwicklung gefördertes Projekt zur Schaffung bzw. zum Erhalt von ökologisch wertvollen Strukturen auf kommunalen Flächen. Dazu werden vorrangig Offenlandflächen die weder einer landwirtschaftlichen Nutzung noch einer naturschutzfachlichen Pflege unterliegen ausgewählt. Diese "Eh-da" Flächen sollen wieder als Lebensraum für heimische Tier- und Pflanzenarten dienen. Außerdem sollen sie als Vernetzungsstruktur zwischen Lebensräumen dazu beitragen den Biotopverbund im Landkreis zu erweitern. Eh-da Flächen sind in der Agrarlandschaft eine knappes Gut, deshalb ist es umso wichtiger, die letzten vorhandenen Rückzugsgebiete zu sichern und zum Schutz der biologischen Vielfalt effizient zu nutzen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Nutzung von gebietsheimischen (autochthonen) Ressourcen, zB. Samen aus Mähgutübertragung oder autochthonem Saatgut. Des Weiteren soll mit angepasster Mahd und geeigneten Mähzeitpunkten im Laufe der Jahre ein höheres Artenspektrum auf den Flächen erreicht werden. Es wird auf Düngemittel sowie Pestizide verzichtet. Die Eh-da Flächen im Landkreis Kelheim sind auch von daher ein besonderes Projekt, da sich alle Kommunen im Landkreis und der Landkreis Kelheim dazu bereit erklärt haben, Flächen für die ökologische Aufwertungen zur Verfügung zu stellen.

 

Eh-da Flächen an sich sind prädestiniert für den Wildbienenschutz. Um Wildbienen zu schützen ist es einerseits wichtig, genügend Nahrungsquellen in Form von Blütenpflanzen zu bieten. Andererseits muss aber auch der gesamte Lebensbereich einer Wildbiene auf der Fläche abgedeckt sein, denn die meisten Fluginsekten haben nur eine geringe Bewegungsdistanz von mehreren hundert Metern. So muss eine Fläche auch Nistmöglichkeiten in Form von hohlen Stängeln, Totholz oder Rohböden bieten. Die Hauptnahrungsquelle der Wildbienen stammt von heimischen Wildpflanzen. Viele Spezialisten unter den Wildbienen nutzen auch Blätter oder Fasern dieser Pflanzen zum Auskleiden der Bruthöhlen. So ist das Anpflanzen und Ansähen von heimischen Pflanzen deutlich vorteilhafter als das von nicht-heimischen Pflanzen. Die angesprochenen Strukturen werden aber nicht nur von Wildbienen genutzt. So benötigen auch Schmetterlinge Rohböden beispielsweise zur Mineralstoffaufnahme oder zum Sonnen. Auch sie haben sich häufig auf bestimmte heimische Pflanzen zur Eiablage oder zur Larvenaufzucht spezialisiert. Da Wildbienen häufig hochspezialisiert sind, schützt man, indem man ihren speziellen Ansprüchen gerecht wird, automatisch viele weitere Artengruppen im Bereich der Insektenwelt. Hier zu nennen wären vor allem Schnabelkerfe, Netz-, Zwei- und Hautflügler, Heuschrecken, Ameisen und Käfer. Nicht zu vernachlässigen ist gerade bei den kleinen Flächen eine Erhöhung der Flugreichweiten. Kleine, zerstreut verteilte Flächen können als Trittstein fungieren, um Distanzen zu nahe gelegenen größeren Biotopen zu überwinden. Gerade da Fluginsekten nur kurze Strecken zurücklegen können, helfen solche Flächen als kleine Bausteine eines zusammenhängenden Netzwerkes. Langfristig bietet sich hier die Möglichkeit solche Flächen in einen Biotopverbund zu integrieren und so der Fragmentierung entgegenzuwirken.

 

Der Landkreis Kelheim geht mit den Eh-da Flächen einen wichtigen Schritt, möchte mehr als nur Nahrung für Insekten und menschliche Augen bieten und erhofft sich durch ein landkreisübergreifendes gemeinsames Projekt einen neuen Blick auf die Schönheiten ökologischer Flächen. Dafür muss auch ein Umdenken bezüglich der „Sauberkeit“ auf solchen Flächen stattfinden.

Malwettbewerb: Heimische Insekten auf unseren Wiesen und Äckern

Am 29. Juni 2020 hat sich unsere Jury getroffen, um einen schwere Entscheidung zu treffen: Welches der 89 eingereichten Bilder soll unser neues Logo für die Eh-da Flächen werden? Die Entscheidung fiel uns nicht leicht. Letztendlich wurden von unserer Jury drei Bilder gewählt. Der erste Platz ging an "Grashüpfer" von Silvia K., der zweite Platz an den "kleinen Feuerfalter" von Sarah K. und der dritte Platz ging an die "Ameise" von Lorenz T.. Herzlichen Glückwunsch an unsere Gewinner!

Die Auswahl fiel uns sichtlich schwer, bei all den tollen Bildern