Weite Wiese mit lila blühenden Pflanzen unter blauem HimmelLandschaft mit Fluss, Wiesen und Bäumen unter bewölktem HimmelEine große Herde SchafeZwei Ziegen auf einer Wiese, eine steht und frisst, die andere liegt entspannt im GrasZwei Schmetterlinge sitzen auf einer kleinen roten BlüteNahaufnahme eines Libellen-SchmetterlingshaftsLandschaft mit bewaldeten Hügeln und FelsformationenNahaufnahme einer pinken Blüte mit fünf Blütenblättern und Wassertropfen auf den BlütenblätternBlumenwiese mit gelben Blüten vor Bäumen und blauem HimmelLandschaft mit Wiese, Bäumen am rechten Bildrand und Sonne über dem HorizontNahaufnahme von mehreren kugelförmigen Blüten mit kleinen Blütenblättern auf grünen StängelnLandschaft mit Fluss, Wiesen und Bäumen unter bewölktem Himmel
 

Eh-da Flächenprojekt - Hier wächst Wildnis im Landkreis Kelheim

Gruppe von Männern auf einer Wiese, die mit Heugabeln Heu auf einem Haufen wenden

Eh-da Flächen sind ein vom Amt für Ländliche Entwicklung gefördertes Projekt zur Schaffung bzw. zum Erhalt von ökologisch wertvollen Strukturen auf kommunalen Flächen. Dazu werden vorrangig Offenlandflächen die weder einer landwirtschaftlichen Nutzung noch einer naturschutzfachlichen Pflege unterliegen ausgewählt. Diese "Eh-da" Flächen sollen wieder als Lebensraum für heimische Tier- und Pflanzenarten dienen. Außerdem sollen sie als Vernetzungsstruktur zwischen Lebensräumen dazu beitragen den Biotopverbund im Landkreis zu erweitern. Eh-da Flächen sind in der Agrarlandschaft eine knappes Gut, deshalb ist es umso wichtiger, die letzten vorhandenen Rückzugsgebiete zu sichern und zum Schutz der biologischen Vielfalt effizient zu nutzen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Nutzung von gebietsheimischen (autochthonen) Ressourcen, zB. Samen aus Mähgutübertragung oder autochthonem Saatgut. Des Weiteren soll mit angepasster Mahd und geeigneten Mähzeitpunkten im Laufe der Jahre ein höheres Artenspektrum auf den Flächen erreicht werden. Es wird auf Düngemittel sowie Pestizide verzichtet. Die Eh-da Flächen im Landkreis Kelheim sind auch von daher ein besonderes Projekt, da sich alle Kommunen im Landkreis und der Landkreis Kelheim dazu bereit erklärt haben, Flächen für die ökologische Aufwertungen zur Verfügung zu stellen.

 

Eh-da Flächen an sich sind prädestiniert für den Wildbienenschutz. Um Wildbienen zu schützen ist es einerseits wichtig, genügend Nahrungsquellen in Form von Blütenpflanzen zu bieten. Andererseits muss aber auch der gesamte Lebensbereich einer Wildbiene auf der Fläche abgedeckt sein, denn die meisten Fluginsekten haben nur eine geringe Bewegungsdistanz von mehreren hundert Metern. So muss eine Fläche auch Nistmöglichkeiten in Form von hohlen Stängeln, Totholz oder Rohböden bieten. Die Hauptnahrungsquelle der Wildbienen stammt von heimischen Wildpflanzen. Viele Spezialisten unter den Wildbienen nutzen auch Blätter oder Fasern dieser Pflanzen zum Auskleiden der Bruthöhlen. So ist das Anpflanzen und Ansähen von heimischen Pflanzen deutlich vorteilhafter als das von nicht-heimischen Pflanzen. Die angesprochenen Strukturen werden aber nicht nur von Wildbienen genutzt. So benötigen auch Schmetterlinge Rohböden beispielsweise zur Mineralstoffaufnahme oder zum Sonnen. Auch sie haben sich häufig auf bestimmte heimische Pflanzen zur Eiablage oder zur Larvenaufzucht spezialisiert. Da Wildbienen häufig hochspezialisiert sind, schützt man, indem man ihren speziellen Ansprüchen gerecht wird, automatisch viele weitere Artengruppen im Bereich der Insektenwelt. Hier zu nennen wären vor allem Schnabelkerfe, Netz-, Zwei- und Hautflügler, Heuschrecken, Ameisen und Käfer. Nicht zu vernachlässigen ist gerade bei den kleinen Flächen eine Erhöhung der Flugreichweiten. Kleine, zerstreut verteilte Flächen können als Trittstein fungieren, um Distanzen zu nahe gelegenen größeren Biotopen zu überwinden. Gerade da Fluginsekten nur kurze Strecken zurücklegen können, helfen solche Flächen als kleine Bausteine eines zusammenhängenden Netzwerkes. Langfristig bietet sich hier die Möglichkeit solche Flächen in einen Biotopverbund zu integrieren und so der Fragmentierung entgegenzuwirken.

 

Der Landkreis Kelheim geht mit den Eh-da Flächen einen wichtigen Schritt, möchte mehr als nur Nahrung für Insekten und menschliche Augen bieten und erhofft sich durch ein landkreisübergreifendes gemeinsames Projekt einen neuen Blick auf die Schönheiten ökologischer Flächen. Dafür muss auch ein Umdenken bezüglich der „Sauberkeit“ auf solchen Flächen stattfinden.

Stilisierte Heuschrecke auf Grashalm sitzend, Bildunterschrift "Hier wächst Wildnis - Die Eh-da Flächen im Landkreis Kelheim"

 



ProjektnameEh-da: Der Landkreis Kelheim blüht auf
ProjektträgerILE-Verbünde im Landkreis Kelheim (ABeNS, Hallertauer Mitte, Donau-Laber) sowie die Kommunen Kelheim, Riedenburg, Painten, Essing, Ihrlerstein
ProjektmanagementLandschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V.
Projektstatusbewilligt
Projektlaufzeit2020 bis 2024
FörderungAmt für ländliche Entwicklung, Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien