Landschaft mit Fluss, Wiesen und Bäumen unter bewölktem HimmelWeite Wiese mit lila blühenden Pflanzen unter blauem HimmelNahaufnahme eines Libellen-SchmetterlingshaftsLandschaft mit Wiese, Bäumen am rechten Bildrand und Sonne über dem HorizontZwei Schmetterlinge sitzen auf einer kleinen roten BlüteEine große Herde SchafeNahaufnahme einer pinken Blüte mit fünf Blütenblättern und Wassertropfen auf den BlütenblätternBlumenwiese mit gelben Blüten vor Bäumen und blauem HimmelLandschaft mit bewaldeten Hügeln und FelsformationenZwei Ziegen auf einer Wiese, eine steht und frisst, die andere liegt entspannt im GrasLandschaft mit Fluss, Wiesen und Bäumen unter bewölktem HimmelNahaufnahme von mehreren kugelförmigen Blüten mit kleinen Blütenblättern auf grünen Stängeln
 

Mahdgutübertragung – Wenn eine Wiese eine Spende braucht

Auflegen des Mahdguts, das auf die aufzuwertende Fläche gebracht wird. Fotograf:©Robert Christl (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Auflegen des Mahdguts, das auf die aufzuwertende Fläche gebracht wird. Fotograf:©Robert Christl

Langquaid/Niederleierndorf – Das Labertal ist die Heimat für viele heimische Tier- und Pflanzenarten. Besonders die Wiesenbrüter haben große Ansprüche an ihren Lebensraum. Sie benötigen Weitblick mit wenig Gehölzen und feuchte Wiesen zur Nahrungssuche. Diese Ansprüche lassen sich gut verbinden. Ein Beispiel dafür befindet sich im Naturschutzgebiet Niedermoor südlich Niederleierndorf. Im Rahmen des Labertal-Projekts 2030, gefördert von der Regierung von Niederbayern und dem bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz, wurde hier eine Wiese wieder auf Vordermann gebracht.

Finanziert wurde die aktuelle Maßnahme im Rahmen eines Förderprojektes des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege von der italienischen Stiftung Fondazione Capellino (Genua).

Wenn Grünland über viele Jahre nicht gepflegt wird, kann sich ein Baumbestand entwickeln. So auch auf einer Wiese des Naturschutzgebiets bei Niederleierndorf. „Grundsätzlich sind Bäume in der Landschaft natürlich wichtig, jedoch ist an dieser Stelle der Wiesenbestand zu bevorzugen, da der Standort das Potential für eine artenreiche Feucht oder Nasswiese hat. Alle Maßnahmen werden in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden durchgeführt“, so Klaus Amann, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Kelheim VöF. Zur Vorbereitung wurde der Erlenbestand zurückgeschnitten. Im nächsten Schritt mussten die Wurzelstöcke im Boden beseitigt werden, damit die Fläche wieder gemäht werden kann. Werden Wurzelstöcke vergessen, kann das auch mal einem Mähwerk den Gar ausmachen. Der Hitzerekord Sommer in diesem Jahr, hat eigentlich nur Nachteile, jedoch ermöglichte er auch das Befahren der beschriebenen Wiese mit schwerem Gerät. Nachdem alle Mahdhindernisse beseitig waren, nahm sich Robert Christl der Fläche an. Er ebnete sie mit der Kreiselegge ein und bereitete das Saatbett vor. Es befinden sich zwar noch viele Pflanzensamen im Boden, jedoch soll die Fläche einen kleinen Kick-Start bekommen: eine Mahdgutübertragung.

Dafür wurde eine Spenderfläche gesucht, die ähnliche Standortbedingungen aufweist und einen artenreichen Pflanzenbestand hat. Hier musste nicht lange gesucht werden, denn davon gibt es im Niederleierndorfer Moor genug passende Wiesen. Für die Mahdgutübertragung wurde die Spenderfläche gemäht und dann das Mahdgut zügig auf die Empfängerfläche gebracht und flächig verteilt. So fallen die reifen Samen auf das vorbereitete Saatbett und können auf der neuen Wiese wieder Fuß fassen.

Über die nächsten Jahre wird über die Pflege, zum Beispiel durch angepasste Mahdzeitpunkte, versucht, die Artenvielfalt auf der Fläche zu weiter zu fördern. So werden hier - nur sprichwörtlich - mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Gehölzkulisse wird reduziert und die Fläche attraktiver für Bodenbrüter, gleichzeitig bringt eine höhere Vielfalt an Wiesenplatz auch mehr Nahrung und Lebensraum für Insekten.

Lucia Gruber vom Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V. fasst zusammen: „Hier kommen viele positive Faktoren zusammen: Die Verpächterin, die uns die Fläche anvertraut hat, um daraus wieder eine artenreiche Wiese zu entwickeln. Die Nähe zum artenreichen Naturschutzgebiet, beschleunigt durch die Samenübertragung die Ausbildung seltener Wiesenarten. Und letztlich ist es entscheidend, dass jemand die praktische Arbeit ausführt, in diesem Fall Robert Christl, ein erfahrener Landwirt mit Naturverständnis aus Oberleierndorf.“

Weitere Informationen zum Europäischen Pilotprojekt Biotopverbund Große Laber:

Kooperationspartner:

  • Landschaftspflegeverbände Kelheim und Regensburg

  • Übergeordnete Projektkoordination: Deutscher Verband für Landschaftspflege (Dachverband der Landschaftspflegeverbände in Deutschland)

  • Unterstützung aus Mitteln der italienischen Stiftung Fondazione Capellino (Genua)

Ziel:
Schaffung eines europäischen Netzwerks von Biodiversitätskorridoren zur Wiederherstellung der biologischen Vielfalt und als Beitrag gegen den Klimawandel.