Zwei Ziegen auf einer Wiese, eine steht und frisst, die andere liegt entspannt im GrasZwei Schmetterlinge sitzen auf einer kleinen roten BlüteBlumenwiese mit gelben Blüten vor Bäumen und blauem HimmelLandschaft mit Fluss, Wiesen und Bäumen unter bewölktem HimmelNahaufnahme eines Libellen-SchmetterlingshaftsWeite Wiese mit lila blühenden Pflanzen unter blauem HimmelLandschaft mit bewaldeten Hügeln und FelsformationenEine große Herde SchafeNahaufnahme einer pinken Blüte mit fünf Blütenblättern und Wassertropfen auf den BlütenblätternLandschaft mit Wiese, Bäumen am rechten Bildrand und Sonne über dem HorizontNahaufnahme von mehreren kugelförmigen Blüten mit kleinen Blütenblättern auf grünen StängelnLandschaft mit Fluss, Wiesen und Bäumen unter bewölktem Himmel
 

Riedenburger Weidelandschaften Sommerweiden für die Artenvielfalt

Beteilligte vor der Rotviehherde: Beate und Johann Graml, Bürgermeister Maximilian Sedlmeier, Klaus Amann (v.l.) (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Beteilligte vor der Rotviehherde: Beate und Johann Graml, Bürgermeister Maximilian Sedlmeier, Klaus Amann (v.l.)

Seit wenigen Tagen grast sie wieder: die kleine Rotviehherde auf dem Gleislhofberg in Riedenburg ist mittlerweile Tradition geworden. Die alte Haustierrasse bereichert den schönen Blick in die Kulturlandschaft in unmittelbarer Nähe zur Rosenburg. Bereits seit über zehn Jahren kommen die Rinder von der Familie Graml im Frühjahr von Kallmünz auf die Sommerweiden nach Riedenburg. 

Neu in diesem Jahr: Mit der Familie Lender und Johannes Santl beteiligen sich nun zwei weitere landwirtschaftliche Betriebe daran, aufgegebene ehemalige Weiden rund um den Riedenburger Ortsteil Thann wieder mit Rindern zu bewirtschaften.

Die Stadt Riedenburg, der Landschaftspflegeverband VöF und die landwirtschaftlichen Betriebe haben über den Winter die zugewachsenen Weiden entbuscht und Weidezäune gebaut. Aufgrund ihrer besonderen ökologischen Bedeutung werden die weidevorbereitenden Tätigkeiten und die Wiederaufnahme der Beweidung vom Bayerischen Naturschutzfonds gefördert, die fachliche Begleitung erfolgt durch die Naturschutz- und Landwirtschaftsbehörden. 

Bürgermeister Maximilian Sedlmeier freut sich über die Wiederbelebung von knapp 20 Hektar Kulturlandschaft: „Diese einmalige Landschaft auf der Jurahochfläche ist ein Markenzeichen unserer Stadt. Weidende Rinder sind natürlich eine wunderbare Bereicherung. Dank der engagierten weidetierhaltenden Betriebe bleibt das typische Landschaftsbild erhalten. Es ist für Einheimische wie Gäste erlebbar. Die Wiederaufnahme der traditionellen Beweidung freut uns sehr.“

Ein besonderer Dank gilt zudem den angrenzenden Landwirten und Grundstückseigentümern, die ihre Flächen für den Abtransport des Gehölzschnitts sowie den Bau der Weidezäune zur Verfügung gestellt haben.

Landrat Christian Nerb betont den regionalen Nutzen der Beweidungsprojekte: „Neben dem wertvollen Beitrag zum Naturschutz und zur historischen Kulturlandschaft liefern die Tiere hochwertiges regionales Biofleisch. Wie das ´Altmühltaler Lamm´ sind diese Beweidungsprojekte kulinarisch und kulturell eine Bereicherung für unsere Region und damit auch ein wichtiger Baustein in der regionalen landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette.“

Die extensive Beweidung spielt eine zentrale Rolle für die Artenvielfalt. Erst wenn die Rinder den alten Grasfilz entfernen und junge Triebe von konkurrenzstarken Gräsern regelmäßig abweiden, können seltene Pflanzen- und Tierarten zurückkehren. „Licht, Feuchtigkeit und offene Bodenstellen schaffen die Voraussetzungen dafür, dass sich artenreiche Flora und Fauna entwickeln. Die Ausbreitung der auf der Roten Liste stehenden Orchidee Bienenragwurz ist ein schönes Beispiel dafür. Zudem wird das Pflanzen- und Wurzelwachstum angeregt, was wiederum CO2 aus der Luft im Boden bindet“, so Klaus Amann vom Landschaftspflegeverband VöF.

Die flachgründigen Böden auf der kargen Jurahochfläche liefern nur geringe Erträge, deshalb eignet sich die naturverträgliche extensive Weidewirtschaft besonders gut für diese Standorte. Die Größe der Rinderherde richtet sich ausschließlich nach dem natürlichen Aufwuchs, denn Düngung oder eine Zufütterung mit Kraftfutter gibt es hier nicht. So wird eine für Flora und Fauna ideale Beweidungsdichte gewährleistet.

In den kommenden Monaten werden die drei kleinen Rinderherden als „tierische Landschaftspfleger“ im Einsatz sein.