Weltenburger Enge und Hirschberg und Altmühlleiten

Naturschutzgebiet Weltenburger Enge
Ausweisung 1938, Fläche ca.560 ha

und

Naturschutzgebiet Hirschberg und Altmühlleiten
Ausweisung 1995, Fläche ca.375 ha

 

Naturschutzgebiet mit Europadiplom

Die „Weltenburger Enge“ zählt zu den ältesten Naturschutzgebieten Bayerns.
Bereits im Jahr 1840 hatte König Ludwig I. von Bayern ihren Schutz angeordnet, bevor sie 1938 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde.
Sie ist bisher das einzige Naturschutzgebiet in Bayern, dem aufgrund seiner besonderen Bedeutung das Europadiplom verliehen wurde. Das Europadiplom ist eine Auszeichnung für Schutzgebiete von europäischem Interesse, die vom Europarat in Straßburg für einen Zeitraum von 5 Jahren verliehen wird und danach periodisch verlängert werden kann. Mit der Verleihung des „Europadiploms“ wird das Gebiet unter die Schirmherrschaft des Europarates gestellt. Die hohe Auszeichnung erfolgte im Jahr 1978 und wurde 2008 bereits zum sechsten Mal, diesmal sogar um 10 Jahre, verlängert. Dies bescheinigt dem ca. 560 ha großen Naturreservat über Deutschland hinaus eine herausragende Bedeutung.

Europadiplom für das Naturschutzgebiet 'Weltenburger Enge'

Spange zwischen Alb, Altmühl und Donau

Im Jahre 1995 wurde das Gebiet um das Naturschutzgebiet „Hirschberg und Altmühlleiten“ erweitert. Beide Schutzgebiete bilden zusammen eine räumliche Einheit besonderer Lebensräume von fast 1000 ha, die von den Altwassern der Altmühl hinauf zum Michelsberg und weiter nach Süden über den Donaudurchbruch hinweg reicht. Aufgrund des Nebeneinanders von Fluss, Fels und Wald entsteht ein ungewöhnlich abwechslungsreiches Muster teilweise extremer Standorte. Von sommerheißen Felsen mit eiszeitlichen Reliktpflanzenvorkommen über schattige Waldbestände (Naturwaldreservate) bis hin zu Röhrichten an Altwasserarmen reicht die Palette der vertretenen Biotope. Aus dieser Vielfalt resultiert eine große Artenzahl.
Neben der bedeutenden Naturausstattung gehören steinzeitliche Spuren an den Schellnecker Wänden und die spätkeltische Befestigungsanlage Alkimoennis zu den kulturgeschichtlich überregional bedeutsamen Höhepunkten im Landkreis. Die Baudenkmäler Kloster Weltenburg und Befreiungshalle setzen weitere einzigartige Akzente. 
Durch seine zahlreichen Besonderheiten und atemberaubende Landschaft ist es ein vielbesuchtes Erholungsgebiet mit jährlich über einer halben Million Gästen. Die Vielzahl der Freizeitnutzungen (Personenschifffahrt, Klettern, Mountain-Biking, Wandern,...) bewirkt eine starke Belastung des Landschafts- und Naturhaushaltes. Eine Sensibilisierung der Besucher für den Naturraum ist notwendige Voraussetzung, um einen verantwortlichen Umgang mit diesem Naturerbe zu erreichen. 
Um dieses Konfliktpotential zwischen Naturschutz und Tourismus zu entspannen, beschäftigt der Landschaftspflegeverein VöF seit 2002 mit finanzieller Unterstützung durch den Bayerischen Naturschutzfonds und den Europäischen Sozialfonds einen hauptamtlichen Gebietsbetreuer für dieses einzigartige Gebiet.

Weltenburger Enge - Lange Wand