Binnendünen bei Siegenburg und Offenstetten

Naturschutzgebiet „Binnendünen bei Siegenburg und Offenstetten“
Ausweisung 1984, Fläche ca. 27 ha

Vom Winde verweht

Wieso gibt es Dünen im Raum Abensberg und Siegenburg, mitten in Bayern? Die verkürzte Antwort lautet: Flugsand aus der Eiszeit.
Nach der letzten Eiszeit war der Boden in Mitteleuropa wegen des nur schütteren Bewuchses unzureichend vor Erosion geschützt. Leichtgewichtige Sandkörner wurden aus der Neustädter Donauniederung ausgeblasen und hier zu mächtigen, noch heute bis zehn Meter hohen Längsdünen aufgehäuft.
Bis zur Bewaldung der Dünen nach der Eiszeit waren sie ständig in Bewegung. Heute ist der größte Teil der Sanddünen von Kiefernwäldern bedeckt, in denen einige stark bedrohte Pflanzen wachsen. Die frühere Nutzung der Wälder, nämlich das Herausrechen von Einstreu für die Viehställe, trug dann wesentlich zur Nährstoffarmut des Standortes bei.
Besonders augenfällig sind die Lebensbedingungen des Standortes „Sand“ auf den baumfreien, offenen Bereichen mit Silbergrasfluren und Flechtenteppichen. Der Wassermangel, die Nährstoffarmut und die labile Oberfläche erfordert Spezialisierungen bei Pflanzen und Tieren. Viele Arten sind derart spezialisiert bzw. unter „normalen“ Bedingungen so konkurrenzschwach, dass sie nur auf Sandböden vorkommen.
Zum Erhalt dieser seltenen Arten sind Pflegemaßnahmen notwendig. Der Landschaftspflegeverein VöF e.V. organisiert das Auflichten von Kiefernbeständen und das Herausrechen der Streu auf Teilbereichen. Im Rahmen des Projektes „Abensberger Sandlebensräume“ wurden Waldparzellen durch den Landkreis Kelheim und den Bund Naturschutz in Bayern e.V. mit finanzieller Unterstützung durch den Bayerischen Naturschutzfonds angekauft, um notwendige Pflegemaßnahmen durchführen zu können.

Binnendünden bei Siegenburg und Offenstetten